Die Geschichte des "Gasthaus Zum goldenen Löwen"

 

Der "Löwen" in den 1930er Jahren

Gegenüber dem Schweinemarktplatz dem "Fruchtkasten", liegt das Gasthaus zum"Goldenen Löwen". Es wird 1737 erstmals urkundlich erwähnt. Mit ziemlicher Sicherheit kann gesagt werden, das dort schon lange vorher eine Brauerei bestanden hat. Über die Verleihung von Wirtschafts- und Schildgerechtigkeit sind keine Unterlagen vorhanden. An dem Gebäude war bis 1945 lediglich eine große Tafel mit der Plastik eines ruhenden goldenen Löwen angebracht. Ein schreitender goldener Löwe, vom schmiedeeisernen Ausleger gehalten, begrüßt erst seit 1989 die Gäste.

Nachgewiesen werden können die Besitzer seit dem Jahre 1737. Damals gehörte das Gasthaus dem Büttner und Bierbrauer Johann Michael Ley, der von 1713 bis 1774 gelebt hat. Von Christina Leyin, der "Wittib eines Büttners", kaufte Johann Philipp Seitz im Jahre 1798 Brauerei und Wirtschaft. 1812 wird der Löwenwirt Christoph Seitz genannt. Wohl seinem Beruf als Bierbrauer zuliebe wechselte der Adlerwirtssohn Johann Georg Egyd Fleck ( 1828 bis 1915) im Jahre 1857 hinüber in die Brauerei zum Löwen. Er scheint aber nicht allzulange dort gewirkt zu haben, denn nach zwei weiteren Besitzern, Meider und Rauh, kaufte gegen Ende des Jahrhunderts eine Stuttgarter Brauereigesellschaft das ganze Anwesen. Die Brauerei ging ein. 1898 erwarb Heinrich Schürger aus Wildentierbach das Anwesen des "Löwen". Im großen Saal, dem größten Versammlungsraum im damaligen Niederstetten, fanden alle bedeutenden Veranstaltungen und Kundgebungen statt. Ausgedehnte Stallungen (wie bei allen Gasthäusern) hatte auch der "Löwen" zur Verfügung. Mussten doch die zahlreichen auswärtigen Schweinemarktbesucher jeweils ihre Gespanne "einstellen" können.

1935 kaufte Alois Schmieg aus Ochsental den "Löwen". Als Viehverkäufer hatte er gute Beziehungen und Verbindungen zur Marktkundschaft. Die vorhandene Kegelbahn fand von jeher immer guten Zuspruch. Auch der "Löwen" wurde, wie die meisten anderen Wirtschaften Niederstettens, im Jahr 1945 völlig zerstört. Doch nach gründlicher Planung und Bauvorbereitungen konnte Alois Schmieg wenige Tage nach Währungsreform mit dem Wiederaufbau seines Anwesens beginnen. Nach seinem Ableben führte seine Witwe Emilie zusammen mit ihrem Neffen Alban und später dessen Frau Elfriede das Gasthaus weiter. 1986 starb Alban Schmieg. Danach führte Emilie Schmieg zusammen mit Albans Frau Elfriede das Gasthaus weiter. 1998 starb Emilie Schmieg. Nach mehreren Renovierungs- und Umbaumaßnahmen führt nun Bernd Schmieg der gelernter Koch ist das Gasthaus im gewohnten Sinne weiter.

Auszug aus dem Heimatbuch Niederstetten - 650 Jahre Stadtrecht Niederstetten (Anno 1991).
Im Jahr 2012 feiert der "Löwen" sein 275 jähriges Bestehen.

 

 

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